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Textedition der Quaestionensumme abgeschlossen

22.07.2026

Forschungsprojekt zur Quaestionensumme des Honorius von Kent hat wichtigen Meilenstein erreicht

Am Lehrstuhl hat das von Dr. Niels Becker bearbeitete Forschungsprojekt mit dem Abschluss der Textedition einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach der Distinctio 2 und dem ersten Abschnitt der Distinctio 3 (de iure naturali) liegt jetzt auch Distinctio 1 in einer vollständigen kritischen Edition vor. Auf Grundlage des edierten Textes rücken nun Aspekte der Überlieferung sowie v.a. die inhaltliche Auswertung des Werks in den Vordergrund.

Die Quaestionensumme (Summa Quaestionum) des Honorius von Kent gehört zu den bedeutendsten Werken der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts florierenden anglo-normannischen Kirchenrechtsschule. Sie wurde zwischen 1188 und 1190 verfasst, wahrscheinlich während Honorius’ Lehrtätigkeit in Paris. Formal ist die Summa von großer Originalität, da sie die Merkmale einer systematischen Dekretsumme mit der dialektischen Technik von quaestiones verbindet und so einen wesentlichen Beitrag zur Ausprägung der neuartigen Gattung der summa quaestionum decretalium leistete. Inhaltlich wird ein sehr breites Themenspektrum abgedeckt. Dies beinhaltet Fragen zum Prozessrecht, zu Simonie und Häresie, zu den sittlichen Voraussetzungen für die Weihe von Priestern, zur Zulässigkeit des Zinsnehmens, zum Status von Leibeigenen sowie zum Ehe- und Naturrecht.

Das Werk gliedert sich in drei distinctiones, die in tituli und diese wiederum in quaestiones unterteilt sind.

Den aktuellen Stand der Projektarbeit präsentiert Dr. Becker auf der diesjährigen Tagung des Netzwerks Historische Grundwissenschaften in Graz.