Paris: Michael Seewald spricht über die Theologie der Religionen
09.06.2026
Wie hat sich das Verhältnis der Kirche zu anderen Religionen mit Papst Franziskus verändert? Michael Seewald zeigt den Wandel und warnt vor religiöser Überhöhung von Gesellschaftsordnungen.
München/Paris – Michael Seewald hat in Paris dargestellt, wie sich die Sichtweise der katholischen Kirche auf andere Religionen im Pontifikat von Papst Franziskus verändert hat. Seewald zeichnete bei seinem Vortrag am Institut catholique die Entwicklung von der vatikanischen Erklärung „Dominus Iesus“ aus dem Jahr 2000 bis zum „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ nach, das von Papst Franziskus und Scheich Ahmed el-Tayeb 2019 in Abu Dhabi unterschrieben wurde. Sein Vortrag stand unter dem Titel „L’unité du genre humain et la volonté de Dieu comme sujets controversés dans la théologie des religions“.
Seewald warnte davor, soziale Ordnungsvorstellungen – seien es normative Einheits- oder Pluralitätsideale – mit einem Verweis auf den Willen Gottes zu legitimieren. Dieser Rekurs entziehe kontroverse Themen dem kritischen Gespräch.
Ökumenische Konferenz zur Theologie der Religionen
Organisiert wurde die Konferenz mit dem Titel „La théologie des religions se réinvente et se transforme: Approches œcuméniques“ als Kooperationsprojekt dreier theologischer Einrichtungen in Paris: dem Institut catholique de Paris, dem Institut protestant de théologie und dem Institut de théologie orthodoxe Saint-Serge. Neben Michael Seewald hielten am 8. und 9. Juni 2026 unter anderem auch Catherine Cornille aus Boston, Enrico Riparelli aus Padua, Marc Boss aus Paris und Michel Younes aus Lyon Vorträge zur Theologie der Religionen.