Michael Seewald im Gespräch mit Soziologin Sanyu A. Mojola aus Princeton
09.07.2026
Immer weniger Menschen sind religiös, zugleich gewinnt Religion politisch an Einfluss. Michael Seewald und Sanyu A. Mojola fragen, wie sich dieses Paradox von Religion erklären lässt.
München/Los Angeles – Michael Seewald und die US-amerikanisch-kenianische Soziologin Sanyu A. Mojola haben über den Einfluss von Religion auf Gesellschaft und Politik gesprochen. Im Rahmen eines Gesprächsabends im Thomas Mann House versuchten die beiden, die widersprüchliche Gemengelage, in der Religion sich derzeit befinde, zu deuten.
Einfluss von Religion auf Gesellschaft und Politik
Quantitativ betrachtet nehme Religiosität in westlichen Gesellschaften zunehmend ab. Immer weniger Menschen gehörten einer religiösen Institution an, teilten die Glaubensüberzeugungen solcher Institutionen oder praktizierten als explizit religiös markierte Rituale. Qualitativ gesehen sei Religion heute jedoch so einflussreich wie lange nicht mehr. Dies gelte vor allem mit Blick auf die politische Situation in den Vereinigten Staaten. Kernfragen des Abends waren: Wie lässt sich diese Paradoxie soziologisch erklären? Und welche Rolle nimmt die Theologie als Interpretin gesellschaftlicher Entwicklungen dabei ein?
Das Gespräch fand im Thomas Mann House in Los Angeles statt, wo Michael Seewald im Sommersemester 2026 als Thomas-Mann-Fellow forscht. Sanyu A. Mojola ist Maurice P. During Professor of Demographic Studies sowie Professorin für Soziologie und Public Affairs an der Princeton University.