Exkursion in das erzbischöfliche Ordinariat

Zum Thema "Digitalisierung in der kirchlichen Verwaltung" fand am 11. Juni 2026 eine Exkursion in das Ordinariat der Erzdiözese München und Freising statt.

Am Donnerstag, den 11.06.2026, hatten Studierende des Klaus-Mörsdorf-Studiums für Kanonistik (KMSK) im Rahmen einer Exkursion ins Ordinariat der Erzdiözese München und Freising unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. Burkhard Berkmann die Gelegenheit, zu dem Thema „Digitalisierung in der kirchlichen Verwaltung“ die praktische Umsetzung von Digitalisierung näher kennenzulernen.

Unseren Gesprächspartnern Volker Laube, Kanzler der Erzdiözese München und Freising, und Dr. Dr. Johannes Klösges, Vizekanzler der Erzdiözese München und Freising, sei an dieser Stelle für den freundlichen Empfang und die exklusiven Einblicke herzlich gedankt!

Im Rahmen der Exkursion wurden zunächst zwei Forschungsprojekte unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr. Berkmann vorgestellt. Zum einen hielt Franziska Seiler einen Vortrag über ihr laufendes Forschungsprojekt zu Kollegialen Akten und den Möglichkeiten und Grenzen einer digitalen Umsetzung von c. 119 CIC. Dabei ging sie kurz auf Funktion und Zweck kollegialer Akte ein und stellte anschließend ihren Kriterienkatalog zur digitalen Umsetzung anhand eines ausgewählten Beispiels zu verschiedenen digitalen Abstimmungstools vor, um dadurch die Herausforderungen und Unterschiede in der digitalen Umsetzung aufzuzeigen und damit auch die rechtlichen und praktischen Möglichkeiten und Grenzen verdeutlichen zu können.

Im Anschluss daran gab Dr. Dr. Lukas Brechtel in seinem Vortrag einen Überblick über sein abgeschlossenes Promotionsprojekt „Digitale (Rechts-)Handlungen im kanonischen Recht. Eine Verhältnisbestimmung von Digitalisierung und Rechtsförmlichkeiten im geltenden lateinischen Kirchenrecht unter besonderer Berücksichtigung des Gebietes der Einzelverwaltungsakte (Münchener Theologische Studien. III. Kanonistische Abteilung 87), St. Ottilien 2026“. Dabei ging er insbesondere auf die qualifizierte elektronische Signatur ein und verdeutlichte mit Vergleichen zum weltlichen Recht, welche Offenheit das kirchliche Recht mitbringt, und zeigte Chancen und Herausforderungen für die praktische Umsetzung auf.

Daran anknüpfend ging Volker Laube auf die Vorträge ein und stellte ergänzende Bezüge zur Praxis her. Zudem erläuterte er anschaulich, wie viele einzelne Schritte hinter der Digitalisierung innerhalb der Erzdiözese stecken und in welcher Komplexität digitale Systeme ineinandergreifen müssen, um in der Praxis zu funktionieren. Dies verdeutlichte er darüber hinaus am Beispiel der Digitalisierung kirchlicher Verfahren, in denen Urkunden zentral sind und gab anschließend einen Ausblick über zukünftige Nutzungsmöglichkeiten von KI im Arbeitsalltag der Erzdiözese. Abschließend konnten die Studierenden mit dem Kanzler ins Gespräch kommen und offene Fragen zur Digitalisierung in der Verwaltung klären.

Kanzler Volker Laube und Vizekanzler Dr. Dr. Klösges boten wertvolle Einblicke in die Praxis eines Gebietes, das die kanonistischen Fachleute in den Ordinariaten in Zukunft zunehmend beschäftigen wird.

Bericht: Franziska Seiler