Plenario der Päpstlichen Bibelkommission
13.04.2026
Vom 13. bis zum 17. April 2026 trat im Vatikan das Plenario der Päpstlichen Bibelkommission zusammen.
13.04.2026
Vom 13. bis zum 17. April 2026 trat im Vatikan das Plenario der Päpstlichen Bibelkommission zusammen.
© Gonçalo Diniz
Vom 13. bis zum 17. April 2026 trat im Vatikan das Plenario der Päpstlichen Bibelkommission zusammen. Diese Tage waren von der Auseinandersetzung zwischen dem US-Präsidenten Trump und Papst Leo XIV. über Drohungen und Eskalationen im Iran-Krieg geprägt. Dies passte zu dem der Bibelkommission noch von Papst Franziskus aufgetragenen Thema „Sickness and Suffering“. Die sechzehn Vertreter der Weltkirche suchten die biblischen Implikationen zu diesem Thema im Dialog mit Fachvertretern der Medizin und der Sterbebegleitung zu erschließen. Papst Leo, der wegen seiner Afrikareise nicht mit den Exegeten zusammenkommen konnte, gab ihnen seine Anregungen in einem persönlichen Schreiben mit, das vom Kardinalpräfekten des Glaubensdikasteriums Fernandez, dem Präsidenten der Kommission, verlesen wurde: Die Leiden der Opfer von physischen Krankheiten und sozialer Gewalt sind auf jeder Seite der biblischen Literatur gegenwärtig. Sie kann nicht das Leiden als solches beseitigen, aber die Sinngebung und die tätige Hoffnung gegen alles Leiden inspirieren und motivieren. Der Papst hob in seinem Schreiben hervor, dass die biblische Literatur ihre Botschaft vornehmlich in Gestalt von Einzelbegegnungen entfaltet und so das Leiden im individuellen Licht wahrnimmt. Das durch die Päpstliche Bibelkommission erarbeitete Dokument zu „Sickness and Suffering“ soll 2027 im Auftrag des Papstes veröffentlicht werden.
In der Päpstlichen Bibelkommission hat sich längst eine Münchener Tradition etabliert: Neben dem Lehrstuhlinhaber für Neutestamentliche Exegese und biblische Hermeneutik der LMU München, Prof. Dr. Knut Backhaus (rechts), sind drei Theologen vertreten, die Fellowships an der Münchener Katholisch-Theologischen Fakultät verbracht haben (von links nach rechts): die Professoren Jean-Bosco Matand (langjährig Rektor der Université Catholique du Congo, Dem. Republik Kongo), Weihbischof Levente Balász Martos (Neutestamentler an der Péter-Pázmány-Universität Budapest, Ungarn) und Luís Henrique Eloy e Silva (derzeit Präsident der Päpstlichen Universität von Belo Horizonte, Brasilien, der mit 90.000 Studierenden weltweit größten katholischen Universität). Die Münchener Fakultät spiegelt so – auch in der Päpstlichen Bibelkommission – die kosmopolitische Weite einer um das „Buch der Bücher“ versammelten Weltkirche wider.